Elisabeth Quin

  • 8. Oktober 2012
    Par Elisabeth Quin
    PRÊT-À-PORTER FRÜHJAHR-SOMMER 2013 <BR />VON ELISABETH QUIN

    PRÊT-À-PORTER FRÜHJAHR-SOMMER 2013
    VON ELISABETH QUIN

    CHANEL, PAP SOMMER 2013

    Mit der im Grand Palais präsentierten Kollektion Frühjahr-Sommer 2013 macht Chanel mehr als einen Modevorschlag: Es ist eher ein Gesellschaftsvorschlag, der am Dienstagmorgen inmitten eines Windparks defilierte!

    Leichtigkeit, Natürlichkeit, ausgelassene Jugendlichkeit, Mobilität, Luxus ohne Prahlerei, Empathie für andere, Innovationskraft, eine spielerische Art, um in diesem Herbst 2012 zu sagen: Nieder mit Energie aus fossilen Quellen – und fossiler Mode.

    Würde CHANEL die Thesen des amerikanischen Essayisten Jeremy Rifkin, dem Theoretiker der dritten Industrierevolution, annehmen, der für eine CO2-freie Wirtschaft plädiert?

    In der Tat sprühen die präsentierten Modelle vor Frische, vor Farbe: Violett für einen Hosenanzug mit ¾-langen Ärmeln mit smaragdgrüner Kante, ein Klein-Blau für ein Kostüm und ein fließendes Kleid, Pink und Mauve für ein Hosen-Kleid-Ensemble aus Satin, Karminrot für einen weiten, halblangen Mantel aus geschmeidigem Leder, Sand für ein Mikro-Bustierkleid aus gewaschenem Lammleder, geeiste Marone für eine strahlende Folge von Abendkleidern, die Steppmuster, Transparenz und fließende Stoffe perfekt vereinen.

    Der legendäre Tweed des Hauses, bunt gemischt und eine textile Tour de Force, wird zur farbigen Apotheose und steht einem Kugelkleid-Ensemble mit seiner fuchsiafarben gepaspelten Puffärmeljacke vorzüglich. Er bringt eine ultrabunte und maßlos luxuriöse Version von einem Jacken-Shorts-Ensemble mit bauschigen Ärmeln beinahe zum explodieren, oder besticht an einem weiten kurzen Kleid mit ¾-Ärmeln, das auf Schenkelhöhe mit goldbraunen Pailletten bestickt ist („Ein eigenartiger Gold-Bronze-Ton“ beschreibt Homer in der Odyssee die zum äolischen Reich gehörende Insel Stromboli...). Starke Eindrücke für die Netzhaut liefert dieser Tweed in den unzähligen Nuancen des Sommers.

    Weiß. Endlich. Zu finden auf den Claudine-Kragen, die Gabrielle Chanel so liebte, oder den Pierrot-Kragen. Oder in Form von Schleifen, die brave Kinder schmücken, auf Kleidern mit runden Ausschnitten, einem Polokleid aus Tweed und weißer Popeline, wie geschaffen für eine zweite Suzanne Lenglen in Eden Rock. Weiß sind auch die Abendkleider, sie machen den Abend so erfrischend wie ein Sorbet und sind ausgesprochen raffiniert: weiße Bustierkleider, zwei kurze und drei lange, aus Netz oder Piqué, mit Blumen aus Rhodoid oder Perlen-Cabochons bestickt.

    Die Silhouette des Sommers 2013 ist lang gestreckt (wunderbar der Einsatz von schwarzem Netz für ein Hosen-Ensemble, äußerst elegant, so graphisch und sinnlich) und flirtet mit der Androgynie, die bis in alle Ewigkeit die DNS der CHANEL-Frau prägt. Der Oberkörper ist schlank, perfekt für die Bustierkleider, die die Grammatik dieser Kollektion beherrschen; für die Miniboleros und Mikrojacken. Bestechend die Symmetrie endlos langer Beine, die von Mikroshorts und Miniröcken noch mehr gestreckt werden. Die Knöchel werden durch Kugel-Kleider betont.

    Die Accessoires sind eine Interpretation der Zeitlosigkeit und Modernität von CHANEL: Perlenarmbänder und -colliers, Perlen arrangiert wie Kaviar, riesige Hüte mit Krempen aus transparentem, farbigem Plastik.

    Ja, Karl Lagerfeld hat die Silhouette einer Frau gezeichnet und kreiert, die noch jünger, noch ungestümer und raffinierter ist, als der Zephir-Wind, ein weit tragender Wind. Homer ist somit eindeutig richtungweisend für den kommenden Sommer.

  • 6. Juli 2012
    Par Elisabeth Quin
    HAUTE COUTURE HERBST-WINTER 2012/13 <BR />VON ELISABETH QUIN

    HAUTE COUTURE HERBST-WINTER 2012/13
    VON ELISABETH QUIN

  • 23. Mai 2012
    Par Elisabeth Quin
    CROISIERE 2012/13 <BR />VON ELISABETH QUIN

    CROISIERE 2012/13
    VON ELISABETH QUIN

    CROSIÈRE 2012/13
    VON ELISABETH QUIN
    Ein Jungbrunnen für Chanel in Versailles

    Mit der Wahl des Bosquet des Trois Fontaines für die Präsentation der Croisière-Kollektion 2012/13, ein Ensemble aus Felsen, Muscheln und Wasserbecken, das der Sonnenkönig1677 höchst persönlich enworfen hat (magischer Monarch, verliebt in Versaille, Kunstfreund, mit allen Talenten ausgestattet, so wie ein gewisser Karl?) und vom Gärtner André Le Nôtre anlegen ließ, setzt Chanel eindeutige Akzente: jung, verspielt, elegant und außergewöhnlich, modern und barock zugleich. Ein trashiger, origineller Wind blies am Montagabend durch die Gärten, begleitet von Cembalo-Klängen und neu gemischtem Elektro-Sound von Micheal Jackson.

    Aufstand? Diese Perücken in Dragéefarben oder schwarz wie Jett, kurzgeschnittene, mädchenhafte Ponyfrisuren, oben im Nacken von einem gewisse Guillotin angeschnitten... werden über langen, zusammengebundenen Haaren getragen. Besonders aufrührerisch: die Schönheitsflecken in Form eines Doppel-C im Augenwinkel, der Teint schwindsüchtig und sehr "Twilight". Die jungen Marquisen sind zurück von einem Ausflug in die Buchsbaumlabyrinthe und seufzenden Gärten des Schlosses.

    Allerdings explodierte die Revolution, die die Croisière-Silhouette bot, schon bei einem der ersten Modelle: coole "Streetwear de Luxe", Sneaker mit dicken Plateausohlen, ganz klassisch-revoluzzerlike kombiniert mit Krinolinen-Hosenröcken aus Rüschen und Spitze. Nicht minder exaltiert: die Lässigkeit von Bewegungen, Jugendlichkeit und Leichtigkeit der kurzen Hosen, die mit einem Knopf unterm Knie geschlossen werden. Ein Fetisch von Karl Lagerfeld aus weichem Denim, dem goldene Sneaker eine Extraportion Energie verleihen. Überhaupt viel Denim: gold bestickte ärmellose Jacken mit Militär-Alluren, entrückend kostbar. Weiße Tweedjacken sind in den Farben der Kokarde gesäumt: dunkelrot, blau und weiß, eine humorvolle Anspielung an die Revolution, die voll ins Schwarze trifft.

    Hinreißend auch die weiten Hosen, die zu Jacken mit 3/4-Ärmeln getragen werden; Weiße, mit Spitze besetzte Blusen mit Puffärmeln ragen unter schmalen Jacke hervor; Miniröcke umspielen die Beine; anmutige, autoritäre Redingoten; die Rockversion einer mit Pailletten bestickten schwarzen Jacke mit Reißverschluss zu einem kurzen Rock, der einer Marquise würdig wäre. Ein goldener, plissierter Rock kombiniert mit einem weißen, taillierten Sweatshirt war ganz einfach unübertrefflich. Inkrustationen und Applikationen aus farbigem Rhodoid auf jungfräulich-weißen Kleidern brachten die Vorliebe von Chanel für die erfolgreiche Verbindung zwischen Esprit des 18. Jahrhunderts und Materialien des 20. Jahrhunderts perfekt auf den Punkt.

  • 9. März 2012
    Par Elisabeth Quin

    PRÊT-À-PORTER HERBST-WINTER 2012/13
    VON ELISABETH QUIN

    Ich bin verliebt, ich bin verliebt – in Schmuck. Einfach aber unwiderstehlich war das grandiose Dekor der Kollektion im Grand Palais. Ein makelloser Boden, glitzernd, Zucker oder Schnee, aus dem ein Wald aus riesigen violetten, weißen, transparenten und zartgrauen Kristallen emporstrebte. Eine vollkommen überirdische Stille erinnerte an die Joaillerie-Tradition des Hauses, eine märchenhafte Stimmung. Überdimensionierte Minerale verzaubern, so wie uns alle Details und dieses spielerische "Gewisse Etwas" von Chanel verzaubern. Denn dieses Mal haben die Kristalle Maschen.

    Der Kristall ist das Emblem der Kollektion, großzügig schmückt er Colliers, Mantelkragen, Kleider aus trockenem Tweed und die wunderschönen Makeups von Peter Philips: von Lesage gestickte Augenbrauen! Der Kristall ist ein mysteriöses Gebilde, durch seine Leuchtkraft beinahe magisch, komponiert durch eine Aneinanderreihung von Atomen. Ein Atommotiv wiederholt sich nach einem regelmäßigen Muster, dessen kleinster Bestandteil erst das Aneinanderreihen von Atomen ermöglicht: die Masche.
    Der herbstlichen Silhouette von Chanel fehlt es weder an Raffinesse, noch an Rhythmus, noch an Chic. Kleine Köpfe, glatte Haare, Lederpumps mit Farbverlauf und assymetrischen Ausschnitten, hohe Absätze aus Plexiglas, verziert mit Kristallen, schmal geschnittene Hosen oder edle Leggings, die wie eine zweite Haut getragen werden: Das Hoheitsgebiet raffinierter Eleganz wurde erweitert.

    Ein facettenreicher Stil von höchster Verführungskraft: Eine Hommage an Street-wear sind Stickereien und herrlich geschnittene Parkas aus Tweed. Das Herz der Kollektion: der Lagenlook, er verkörpert die ewig konkurrierende Weiblichkeit. Ausgestellte Röcke über schmalen Hosen mit ultraraffiniertem Knopfverschluss, Tweedjacke. Diese Troika verwandelt sich in prachtvolle kurze Mäntel über absolut puren Kleidern aus trockenem Tweed und litschigrünen kühnen Leggins, einer amethystfarbenen Jacke und einem schräg geknöpften Rock; oder in ein Ensemble aus taupefarbener, plastifizierter Spitze bestehend aus Hose, Kleid und kurzer Jacke, alles von unwiderstehlicher Leichtigkeit.

    Absolut begehrenswert: die Kapuze. Sie ist omnipräsent, spielerisch und luxuriös im Großformat, oder mit Minikristallen bestickt. Sie repräsentiert die moderne Weiblichkeit, inspiriert von der Straße, dem pulsierenden Leben. Somit ist das Chanel-Mädchen niemals losgelöst von ihrer komplexen, schnellen Zeit.
    Kinderkapuze, Mönchskapuze, Rapperkapuze, Kapuzen, die gleichermaßen das Gesicht verbergen und seine Züge unterstreichen und schützen...
    Federapplikationen in subtilen herbstlichen Waldfarben auf kleinen Kragen, Mantelschultern oder einer ganz und gar bestickten Jacke.

    Entzückende lange, im Rücken zusammengefasste Tweedmäntel werden mit der für Chanel so typischen Lässigkeit getragen. Warum nicht die Hände in die Taschen stecken?
    Amethyst- oder smaragdfarbeneJeans mit leuchtenden Kontrastnähten, energiegeladen, ein unwiderstehlicher Mix-and-Match-Stil: Eine Hose aus grau-weißem Tweed, Strickpullover mit großen Karos, Tuniken mit überdimensional großen Mosaiken. Und plötzlich: ein poetischer Lufthauch, ein schlichtes Kleid aus schwarzem Voile, anthrazitfarbener Schleier um den Hals... eine winterliche Vestalin.

    Und natürlich der majestätische Schmuck, der die Kraft der Minerale verströmt, vollkommene Osmose mit der Weiblichkeit: übereinandergeschichtete, mit Kristallen besetzte Armreifen aus Metall, Plastrons besetzt mit Türkisen und gewitterfarbenen Steinen, geometrische, mit Kristallen verzierte Colliers im Stil der 70er.

    Backstage-Fotos von Benoît Peverelli

  • 3. Februar 2012
    Par Elisabeth Quin
    HAUTE COUTURE FRÜHJAHR-SOMMER 2012 <BR/>
VON ELISABETH QUIN

    HAUTE COUTURE FRÜHJAHR-SOMMER 2012
    VON ELISABETH QUIN

    Eine spirituelle Flucht. Eine immobile Liebesreise! Die Haute-Couture Kollektion Frühjahr-Sommer 2012 ist voller Liebe, der Liebe zur Exzellenz, zu den Materialien, zum Spektakel, zum Knowhow der Kunsthandwerksbetriebe, die Chanel treu ergeben sind. Und natürlich die Liebe zum Humor... "Catch me if you can": Dienstag, den 24. Januar im Grand Palais. Im minutiös nachgebauten Passagierraum eines Flugzeugs herrschte die sorglose Stimmung der 60er, der Luftfahrtmythos von Pan Am, gut gelaunte Stewardessen, diese Frische von klaren Linien, eine heitere Eleganz, die wir 2012 herzlich willkommen heißen. Keine Business Class, alle sitzen in der Ersten, das ist Demokratie im Sinne von Chanel!

    Während langsam die schönsten Wolken über unsere Köpfe ziehen – ein ernsthafter Verstoß gegen die Normen der Luftfahrt – beginnt die Kollektion mit einer Serie kurzer Tageskleider von schwindelerregender Klarheit mit weichen Kragen, tief angesetzten Taillen, Taschen unterhalb der Hüften. Perfekt für die emblematische Halttung und den Esprit dieser Kollektion: Hände in den Taschen. Die Hände sind von jeglichen Accessoires befreit, der Geist frei von bürgerlichen Zwängen, eine Lässigkeit ganz nach Coco Chanel, Eleganz mit einem Hauch Unverfrorenheit. Und wie es sich zwischen Himmel und Erde gehört, spielt die Kollektion mit allen Blaunuancen, die es gibt. Eine Farbe, die Synonym für die Unendlichkeit ist, aber auch für Opulenz und Königswürde. Schieferblau, Saphir, Lavendel, Türkischblau, Kobalt, Lapislazuli, Mitternachtsblau und Marineblau, und nicht zu vergessen, das von Chanel verehrte Schwarz.

    Alle Nuancen werden durch das Spiel mit dem Licht noch prachtvoller: Pailletten und Kristallstickereien, Cabochons, Federn und Strass. Gerne hätte man das über und über mit blassblauen Pailletten – von matt bis schimmernd – besetzte Kleid mit bauschigen Ärmeln, dessen Motive an einen Regenbogen oder Pfauenfedern erinnern, berührt. Oder den langen, blaugrauen, mit irisierenden Fäden besetzten Tweedrock – ein Tweed, der sich durch welchen Zauberspruch auch immer in Spitze verwandelt. Lange schwarze Mantelkleider. Ein schwarzes kurzes Kleid, voller Kühnheit, mit dicht am Hals gesetzten Trägern, die wie der Halsausschnitt eines Gymnastikanzugs aussehen, überrascht mit unbeschreiblich anmutigen, in Form eines Paradiesvogels modellierten, plissierten Ärmeln.

    Die perfekte Beherrschung einer Kollektion, die mit der Silhouette der 20er, den graphischen Linien der 60er und der aufmüpfig-punkigen Wut der 80er spielt – letzteres durch die mit Schmuck fixierten, üppigen Crypto-Irokesenfrisuren (sehr weit entfernt von der Ästhetik von "Punk à Chien"). Schimmernde Kamelien, mit Steinen besetzte Monde, leuchtende Federn in einem himmlischen Froufrou. Die über dem Knie mit Sternenkonstellationen bestickten Strümpfe befinden sich jetzt schon im Panthéon der begehrenswerten Objekte dieser Kollektion.

    "Eine Wolke zieht durch die Kabine – die von Chanel sind wirklich klasse! Eine wattige Wolke wie ein Abendkleid, dessen klare Linien zu Tränen rühren. Das Défilé ist schon zu Ende und wir richten den Blick nach oben zum Glasdach, das einen sternenklaren Himmel offenbart.
    "
    "Ein Überschallflugzeug reißt mich mit einem lauten Knall aus meinen Gedanken und hinterlässt seine Initialien am Himmel, leise, perfekt frisiert, weiß, weiß" (Louis Aragon)

  • 14. Dezember 2011
    Par Elisabeth Quin
    KOLLEKTION MÉTIERS D’ART PARIS-BOMBAY <BR/>
VON  ELISABETH QUIN

    KOLLEKTION MÉTIERS D’ART PARIS-BOMBAY
    VON ELISABETH QUIN

    Jasminduft liegt in der Luft der Galerie Courbe im Grand Palais. Ungewöhnlich im Dezember. Riesige Kristalllüster sind an den Metallstreben der Deckenkonstruktion aufgehängt. Die alten Ziegelwände sind mit blassgrauem Marmor verkleidet, der wie die Fassade des Palastes eine Großmoguls gestaltet ist. Eine Halluzination der angenehmen Art. Das goldene Licht der Kerzen plätschert über Körbe voller Mangos, Rosen und Pistazien. Ein kleiner silberfarbener, elektrischer Zug dreht unermüdlich seine Runden auf der etwa zehn Meter langen Gleisroute über die fürstlich gedeckte Tafel. Das hatte man westlich von Jaisalmer noch nicht gesehen.

    Der Schornstein des mit einem Doppel-C geschmückten Dar(jee)ling Express qualmt. Dieser hinreißende Zug ist eine Allegorie der Präsentation: eine Reise ohne Ortswechsel, jenseits der Zeit in einem imaginären Indien, das im Grand Palais der Maharadschas von Karl Lagerfeld und Chanel nachgebaut wurde, um die Métiers d'Art zu feiern, die dem Haus so wichtig sind. Indien ist wie für Chanel geschaffen. Geradezu eine Selbstverständlichkeit. Coco Chanel hatte übrigens Ende der fünziger und Anfang der sechziger einige Modelle gezeichnet, die indische Kleider zum Vorbild hatten.
    Opulente Materialien: Seidenbrokat, Gold- oder Silberlamé, Crêpe, Satin Duchesse, Perlen, Stickereien, von Hand gemalte florale Motive von Großmoguln, Kaskaden von Perlen.

    Eine humorvolle Neuinterpretation der traditionellen androgynen Garderobe gepaart mit unendlicher Anmut: Weiße Jodhpurhosen und schmal geschnittene Tweedjacken; die "Salwar", eine enge Pyjamahose, wird unter fließenden Tuniken getragen und die "kameez" sind üppig mit Strass und goldenen Weizenähren auf schwarzem Hintergrund besetzt; Saris und Sarouelhosen werden über kostbare "Salwar" gezogen oder mit Stulpenstiefeln aus weißem tätowiertem Leder oder granatrotem Veloursleder mit Reißverschluss kombiniert. Zahlreiche Sarouelröcke prägen die Kollektion mit diesem sinnlichen charakteristischen Faltenwurf, der absolute Beinfreiheit verleiht. Sehr schön sind auch die mit Srass übersäten Redingotes im Uniformstil, die "Atchkan"-Variationen, die Bokatjacke mit dem legendären Nehru-Kragen, deren Taschen mit kleinen Spiegeln oder barocken Perlen bestickt sind. Wundervoll die Militärjacke, die an die Perfecto erinnert, bestickt mit tausenden von goldenen Pailletten, kombiniert mit einem weißen ausgestellten Rock, der mit goldenen Paspeln besetzt ist und einem herumwirbelnden Derwisch würdig wäre. Ein Gedicht ist der an den Schultern mit Diamenten besetzte Blouson, so intensiv rosa wie das legendäre "Rani Pink", prachtvoll gezähmt von einer zerschnittenen Tweedjacke über einer Goldlamé-Sarouel und einem perfekten Kostüm in Pink und Schwarz. Ein Traum von einem weißem Abendkleid, das mit seiner "dupatta" spielt, dem langen Schleier aus Voile. Die Flüchtige würde der Dichter Rabindranath Tagore sie nennen.

    Viele flache Priestersandalen sorgen für eine jugendliche, fließende Silhouette. Außerdem Neo-Rock-Schuhe im "Mojari"-Stil und flache, mit goldenen Pailletten bestickte Stiefeletten, die an das Swinging London erinnern. Eine Mischung aus Handschmuck und Handschuhen aus Silberketten oder Leder sowie Rasta-Punk-Frisuren verleihen der Kollektion eine luxuriöse Seventies-Goa-Hippie-Stimmung, die perfekt zum psychedelischen Sound von Michel Gaubert passt.

    Das Finale dieser feengleichen Kollektion, die dem außergewöhlichen Knowhow der Métiers d'Arts gewidmet ist, gipfelt in einer indischen Traumwelt. Ihre ultramoderne Heldin, die gleichzeitig Androgynität und Weiblichkeit ausstrahlt, schöpft ihre Kraft aus der indischen Geschichte und der Spiritualität: Shiva und Shakti, die Männlichkeit und Weiblichkeit repräsentieren, sind vereint und ausgesöhnt. Die Chanel-Frau hat ihr Dharma gefunden.

    Foto © Olivier Saillant

  • 13. Oktober 2011
    Par Elisabeth Quin
    CHANEL MY UNDERWATER LIFE <BR />BY ELISABETH QUIN

    CHANEL MY UNDERWATER LIFE
    BY ELISABETH QUIN

    Jules Verne? Wes Anderson? Georges Méliès? Twenty Thousand Leagues Under the Sea? Diese atemberaubende Nachbildung des Meeresgrundes, diese makellose weiße Landschaft aus Meeresalgen, Stachelrochen, Haien und Muscheln, wagt sich mit Offenheit und einem eher optimistischen als desolaten Modekonzept an den Traum heran.

    Die Zuschauer erwarteten gespannt die verschiedenen Darstellungen des Unterwasserthemas in der gesamten Kollektion, sie ließen sich fesseln von einem extravaganten Traum, waren verzaubert und begaben sich bereits vor Beginn der Show auf eine außergewöhnliche Reise.

    Es war ein Meisterwerk: scheinbar schlicht, jedoch niemals fade. Meerjungfrauen in verführerischen Etuikleidern standen nicht auf dem Programm. Stattdessen gab es mehr jugendliche und leichte Silhouetten denn je. Viele lange, spitz zulaufende Ärmel und Beine, knieumspielende Kleider und Röcke, luxuriöse und weite Strickmode, traumhafte weiße Sweater über weiten Röcken, der wahre Ausdruck von Eleganz ohne Überheblichkeit. Wir haben die Mini-Shorts aus beschichtetem Denim, die unter unstrukturierten Jacken getragen wurden, das kleine wie ein Bett aus Seeanemonen bestickte Top, die sinnlich entlang des Kreuzes geschnittenen Jacken und das mit bronzefarbenen Steinchen besetzte Kleid vergöttert. Die Kollektion scheint das schimmernde Licht der Sonne auf den Wellen einzufangen.

    Der Tweed schimmert mit Lurex und Perlmuttapplikationen schmücken die Anzüge. Die aufwendige Bearbeitung der Materialien untermauert die Modernität und die Energie der Profile: Rhodoid, Neopren und Kunststoff betonen das Gefühl von Leichtigkeit. Für den perfekten, edlen Look wird eine Bikerjacke mit Silikonriemchen von Sophie Hallette durch sehnige, schwarze Kunststoffbiesen ergänzt. Es scheint, dass zwei Hände in die Meeresgischt abgetaucht wären und eine Jacke zurückgebracht hätten.

    Die Kollektion ist von feinsinnigem Humor durchzogen. Das Kleid mit den bestickten Schultern überrascht unterhalb der Taille mit einem Trompe-l'Œil aus spitzenartigen Meeresalgen. Karl Lagerfeld hatte hier mehr Spaß denn je!

    Absätze in Form von Korallenästen oder aneinandergereihten Muscheln, Ohrringe und Ringe in Form von Seeigeln, muschelförmige Clutches, rechteckige gesteppte Taschen, die wie gewisse vom Zoll auf See geborgene Packstücke in Ketten gelegt sind… alle Modelle riefen beim Publikum schiere Begeisterung hervor. Die unvergesslichen schwarzen, weißen und silberfarbenen Ankle Boots verliehen den Modellen Bewegung und einen Hauch der Swinging Sixties in London.
    Der Abend gestaltete sich luxuriös und jugendlich mit über dem Knöchel endenden Längen, transparentem Volumen, Spitze, Edelsteinen und glitzernder Stickerei; die eine gleichermaßen himmlische wie aquatische Stimmung zauberten.

    Die Perle war als ikonisches Motiv aus dem Hause Chanel in ihrem Element! Zu zarten Gürteln auf einigen der kurzen Kleider verbunden, verwandelte sie sich in eine Art Hautstickerei und bildete eine beinahe surrealistische Ausrichtung entlang des Rückens.
    Leichtigkeit, Ideenreichtum und Raffinesse einer überaus erfrischenden Kollektion, die mit einem Auftritt der Sängerin Florence Welch im Botticelli-Stil endet, als die Sängerin aus einer gigantischen Muschel auftaucht und in Begleitung eines Harfenspielers performt.

    Während ihre markante Stimme das Grand Palais erfüllt, kommen einem die Worte von Paul Valéry in „The Graveyard by the Sea“ in den Sinn:
    „A freshness, exhalation of the sea,
    Restores my soul . . . Salt-breathing potency!
    Let's run at the waves and be hurled back to living!“

    Und genauso war diese Kollektion: lebendig!


    Foto © Olivier Saillant

  • 19. Mai 2011
    Par Elisabeth Quin
    EDEN-ROC, CRUISE COLLECTION <br />BY ELISABETH QUIN

    EDEN-ROC, CRUISE COLLECTION
    BY ELISABETH QUIN

    „Ein Wunderwerk aus hellem Licht reicht von den Sternen herab.“ So etwa beschrieb der Schriftsteller Scott Fitzgerald die Magie der Französischen Riviera in den 1920er-Jahren. Am Abend der Cruise-Veranstaltung im Eden-Roc am Montag, 9. Mai, durfte man dieses leuchtende Wunder ebenfalls erleben.
    Nach einem Spaziergang durch den bezaubernden Pinienwald des Hôtel du Cap ließen sich Vanessa Paradis, Caroline von Monaco, Anna Mouglalis, Blake Lively und ein paar andere Glückliche an kleinen Tischen nieder, die beide Seiten der zentralen Allee säumen, die hinunter zum Meer führt. Die Erde schien sich der sanften Erhebung des Frühlings zuzuneigen... Die Kollektion wurde von Anfang als prächtig beschrieben: mit weniger „young in the sixties“ als in der 2010/11 Saint-Tropez Cruise-Kollektion wollte Karl Lagerfeld diese Cruise-Kollektion sehr feminin, sehr sexy und sehr glamourös halten und mit etlichen Anspielungen auf die Mythologie der Französischen Riviera in den 1920ern, 1930ern und 1940ern spicken, ohne sich jedoch von der Nostalgie einschränken zu lassen. Nostalgie ist der Feind der Veränderung. Der Fokus wurde auf narzissengelbe und violette maßgeschneiderte Anzüge gelegt, die sich wie eine zweite Haut anschmiegen und durch herrliche neujapanische, futuristische Stiefel mit ausgeschnittenen Zehen betont wurden. Durch diese Kombination entstanden lange Silhouetten und ein moderner Look!
    Das geometrische Schwarz und Weiß einer Strickjacke und eines langen Mantels erinnerte an eine Bildkomposition aus den 1920er-Jahren von Fernand Léger. Mit Strasssteinen besetzte und an den Oberschenkeln sehr hoch geschnittene Badebekleidung rief zudem das Skurrile von Marie-Laure und Charles de Noailles und ihrem avantgardistischen Gymnastik-Kunstfilm Biceps et Bijoux („Bizeps und Juwelen“) ins Gedächtnis. Und da wir schon von Schmuck sprechen: es wurden auch erhabene Steine vorgestellt, wobei Juwelen die ernannte Königin der Kollektion bildeten. Das vollkommene kleine Schwarze von Chanel erstrahlte mit einer diamantbesetzten Comète-Halskette, die über Karolina Kurkovas Schulter drapiert war. Hier an der sagenumwobenen Riviera, in dieser Welt zwischen Traum und Realität, kommen Juwelen – wie Marquisen – um fünf Uhr nachmittags zum Vorschein, um ins Meer einzutauchen. „Das Meersalz korrodiert Modeschmuck, Diamanten dagegen lieben Meerwasser. Genug also der alten Zwänge, Schmuck nur zu feierlichen Abendveranstaltungen zu tragen!“, witzelte Karl Lagerfeld.
    Wie in einer Filmszene fegte Kirsten Mc Menamy mit einem atemberaubend schönen Gefolge junger Männer vorbei. Plötzlich füllte der Duft von Hollywood die Abendluft, so als weilte Rita Hayworth, Frau von Ali Khan, aus den 1940ern unter uns... und dennoch Lichtjahre entfernt… natürlich glamourös. Sollten diese Charaktere in gerippten Strickjacken und wunderschön fließenden Trenchcoats wirklich Beau Gosse, Perlouse und La Championne de Tennis aus „Le Train Bleu“ sein? Diese Operette wurde 1924 von Cocteau und Milhaud geschrieben und mit Kostümen von Coco Chanel ausgestattet.
    Vom zeitlosen Schick der Cruise-Kollektion mit ihren Musen aus Vergangenheit und Gegenwart beeindruckt, durfte das Ensemble im Anschluss auf kleinen Holzstühlen Platz nehmen, um der Vorführung von Karl Lagerfelds neuestem Kurzfilm „Tale of a Fairy“ beizuwohnen. Der eigens vom Meister in nur drei Tagen gedrehte Film wartet mit abwechselnd schwarz-weißen und bunten Bildern auf und erforscht die Androgynie and Periodizität der Liebe. Der Film erntete tosenden Applaus.
    Angesichts der großen Emotionen, der drei starken weiblichen Charaktere und der klaren Ausrichtung auf Arbeiten von Ophüls und Thomas Winterberg, wird der Spielfilm in voller Länge nun bereits mit Spannung erwartet. Als Fairy die Bühne an Ferry übergab, lud Dandy-Sänger Brian Ferry die Gesellschaft zu einem wunderbaren, persönlichen Konzert ein, das die magische Eleganz des Eden-Roc und der Cruise-Kollektion widerspiegelte. Liebe ist die Droge. Schönheit ist ein Manifest.

  • 2. Mai 2011
    Par Elisabeth Quin
    THE DAY MOBILE&nbsp;ART LANDED <br/>IN THE ARAB&nbsp;WORLD&nbsp;INSTITUTE… <br/>BY ELISABETH QUIN

    THE DAY MOBILE ART LANDED
    IN THE ARAB WORLD INSTITUTE…
    BY ELISABETH QUIN

    Ein friedliches, sinnliches Raumschiff. Ein futuristischer Traum. Ein großes, schlummerndes Biest, sanft und strahlend. Der Pavillon der Ausstellung Mobile Art von Zaha Hadid auf dem Platz vor dem Institut der Arabischen Welt (AWI) in Paris mag wie eine Halluzination erscheinen, obgleich seine Präsenz auch sehr beeindruckend und echt wirkt.
    Nach einem kurzen Aufenthalt in Hong Kong, Tokyo und New York im Jahr 2008 hat der herumreisende Ausstellungspavillon, der die Werke zeitgenössischer Künstler unter Anlehnung an die ästhetischen Codes von Chanel beherbergt, nun ein Zuhause gefunden.
    Der 2007 konstruierte Pavillon wurde für Chanel von Karl Lagerfeld, einem großen Bewunderer Zaha Hadids Arbeiten, in Auftrag gegeben. „Entwerfen Sie einen Pavillon für mich!“, soll er zu ihr gesagt haben. Alsdann war die (mobile!) Kunst geboren.
    Das Ergebnis war eine donutähnliche, mobile Konstruktion mit einem Gewicht von 80 Tonnen, 45 Metern Länge und 700 m² Ausstellungsfläche. Das aerodynamische Aussehen bildet eine Einheit mit der komplexen Technologie.
    Auf Wunsch des AWI-Vorsitzenden, Dominique Baudis, spendete Chanel die Ausstellung Mobile Art an das AWI. Dabei handelte es sich jedoch nicht um eine Spende des Unternehmens, sondern um eine einfache Spende ohne irgendwelche Bedingungen, die Chanel nur aus ihrer Leidenschaft für Kunst leistete.
    Um diese dreifache Bereicherung – für die Architektur, die Stadtplanung und die Politik – gebührend zu feiern, veranstaltete das AWI eine Eröffnungsfeier am Abend des 28. April, zu der auch Karl Lagerfeld sowie die beiden mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten „Stararchitekten“ Zaha Hadid und Jean Nouvel kamen.
    Mobile Art ist das erste Werk der aus dem Irak stammenden britischen Architektin, das in Paris besichtigt werden kann. Endlich! Ihre Konstruktion auf dem Platz vor dem Institut der Arabischen Welt löst einen spannenden und bewegenden Dialog zwischen zwei Meisterstücken aus: das AWI-Gebäude, das im Jahr 1981 von Jean Nouvel entworfen und 1987 eingeweiht wurde und sich wie ein imposantes, vollkommenes Rechteck mit Mashrabiyas als mächtiges symbolisches Tribut an die arabische architektonische Tradition geschmückt abzeichnet und Mobile Art, das durch seine organischen Formen und „Innenhaut“ Intuition und Konstruktivismus verkörpert.
    Diese zwei architektonischen Konzepte basieren auf zwei Prinzipien, einem maskulinen und einem ausgesprochen femininen und einfühlsamen.
    Der Dialog hat Gestalt angenommen. Gegensätzliche und sich ergänzende Formen. Magische Osmose. Nach der Eröffnungsausstellung - „Zaha Hadid: An Architecture“ - die den Besucher behutsam an Hadids faszinierende Arbeit zum Thema Parametrismus heranführt, wird Mobile Art ab Oktober 2011 als Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst aus der arabischen Welt genutzt
    „Wir leben inmitten von Beton und Träumen“, bemerkt Adam Zagajewski, einer der Lyriker, der an der Eröffnungsveranstaltung teilnahm. Der Traum ist genau da draußen auf dem Platz vor dem Institut der Arabischen Welt.

    Foto: Delphine Achard

  • 10. März 2011
    Par Elisabeth Quin
    THE READY-TO-WEAR SHOW <br />BY ELISABETH QUIN

    THE READY-TO-WEAR SHOW
    BY ELISABETH QUIN

    Stellen Sie sich das Grand Palais als eine postapokalyptische Landschaft vor, die einem lebensgroßen Gemälde von Anselm Kiefer oder einer fantastischen Vision von Michel Houellebecq während seiner Zeit auf Lanzarote gleicht.

    Der Boden ist mit schwarzem Sand bestreut, der Laufsteg aus rohen Brettern gebildet. Skelettartige Bäume sind wie Schatten, Träume oder Erinnerungen rings um das Hauptschiff gemalt. Vom Boden her steigt Rauch auf. Alles ist sehr markant und befremdlich... und gleichermaßen beeindruckend, genau wie die beiden riesigen strahlend weißen Boxen, aus denen die Models wie lodernde Schattenspielfiguren auf die Bühne steigen.

    An der von Karl Lagerfeld vorgestellten Prêt-à-Porter-Kollektion für Herbst-Winter 2011/12 war nichts Kraftloses, Romantisches oder gar Süßes zu finden. Sie war weder zart noch beschwichtigend. Die Stimmung, die Chanel hier in einzigartiger Weise elektrisiert hat, könnte eher als radikale, lässige, antibürgerliche Ader beschrieben werden.
    Vorherrschend war der rebellische Look. Er bedient sich eines taffen, feindlichen Elements aus einer anderen Welt – das der Straßen, von Rock und Nachtleben – und verwandelt es in den frechen Schick eines burschikosen Mädchens auf dem Kriegspfad, einen hinreißenden, sehr sexy Typen. Die Eleganz des Looks hebt jede Anspielung auf die Klassik oder die Vorstellung von auf Stelzen watschelnden Frauen auf. Diese Outfits werden mit Frauen nach Hause gehen, die wissen, wie maskuline und feminine Vorbilder gegeneinander ausgespielt werden.

    Ein Markenzeichen der Kollektion waren robuste Stiefel, wie sie seit 1944 von amerikanischen Soldaten und in den vergangenen fünfzig Jahren von Angehörigen des Militärs getragen wurden. Bei Chanel verliehen die Stiefel praktisch jedem Outfit den letzten Feinschliff, einschließlich eines Netzcapes in metallischem Silber, einer leuchtenden Tweedjacke im Hahnentrittmuster, die zu Wollhosen getragen wurde, und einer spannenden Kombination aus einem bestickten schwarzen Mikrokleid und einer Steppjacke sowie dunkelgrauen Leggings, die inmitten „knöchellanger Tücher“ verschwanden!

    Eine andere ungewöhnliche Kombination: herrliche Miniboleros aus Tweed mit ausgefallenen Knöpfen, die über sehr strengen schwarzen Jacken mit anthrazitgrauen Wollhosen und derben bronzegrünen Schuhen getragen wurden. Nicht zu vergessen die luxuriöse Jacke in Aquamarin, deren Pailletten eine Spur von lässigem Luxus auf einem Paar japanisch anmutender Hosen hinterlassen, kombiniert wird das Outfit mit abendlichen Springerstiefeln, die der Gesamtwirkung des Styles vollständig entgegenstehen.

    Ziel ist es hier, Stilrichtungen zu durchbrechen und das Publikum zu überraschen... anders gesagt, einen permanenten revolutionären Zustand aufrechtzuerhalten. Auch das andere Leitmotiv der Kollektion überzeugte vollends: die Jumpsuits waren bereit, es mit verschneiten Pisten, Geländestrecken oder Stadtstraßen aufzunehmen. Unser Lieblingsoutfit präsentierte Caroline de Maigret: schwarz, mit Pailletten besetzt und sexy Reißverschlüssen an Schultern und Ausschnitt.
    Nie zuvor nahm eine Prêt-à-Porter-Kollektion von Chanel so starken Bezug auf die Arbeitswelt und die Straße. Gefallen haben uns auch die Strickwaren und die zwei langen, lässig-schicken, graumelierten Kleider mit den ausgefallenen Knöpfen, die sehr bequem und beruhigend wirkten, und mit der Schuhvariante von Chanel kombiniert wurden.

    Kleine, runde Taschen in Schwarz und Weiß wurden wie Schlagringe auf dem Handrücken getragen. Hier und da blitzte ein unverhüllter Knöchel hervor, der die weit geschnittenen Hosen mit Stulpen schlicht betonte. Die abendlichen Jumpsuits wirkten mit ihren Spitzendetails und Lochmustern weitaus raffinierter. Ihr Design baut eine Spannung zwischen dem Sichtbarem und dem in der Vorstellungskraft des Betrachters Liegenden auf und bedient sich so einer grundlegenden Regel der Verführungskunst. Der in dieser Kollektion triumphierende Look – definitiv antibürgerlich und der Vorstellung von „geschniegelt und gestriegelt“ völlig entgegengesetzt – besticht durch seine Individualität, seinen Rock 'n' Roll und sein Sexappeal.

    Sehen Sie sich die komplette Show auf chanel.com an

  1. 1
  2. 2
  3. Nächste Seite