Françoise-Claire Prodhon

  • 8. Dezember 2016
    Par Françoise-Claire Prodhon
    PARIS COSMOPOLITE <BR />MÉTIERS D'ART 2016/17 SHOW

    PARIS COSMOPOLITE
    MÉTIERS D'ART 2016/17 SHOW

    PARIS COSMOPOLITE
    DÉFILÉ DER MÉTIERS D’ART 2016/17


    Karl Lagerfeld hat das Ritz Paris ausgewählt, um Paris Cosmopolite, die Kollektion Métiers d’Art 2016/17, zu präsentieren. In der „Café Society“‑Atmosphäre dieses mythenumwobenen Palastes, in dem auch Gabrielle Chanel gewohnt hat, konnten die zum Lunch, Tee oder Abendessen geladenen Gäste eine vom Pariser Chic inspirierte, in den klassischen Farben von Chanel gehaltene Kollektion entdecken: Von Cremeweiß über Weiß, von Marine über Schwarz, bis hin zu Variationen von Gold und einigen strahlenden Rot-Nuancen.


    Lily-Rose Depp hat das Défilé eröffnet, das zahlreiche Botschafterinnen von Chanel sowie etwa zwanzig Persönlichkeiten, die den Esprit dieses Hotels, in dem sich die Eleganz der ganzen Welt trifft, perfekt verkörpern. Sie trugen kleine zarte Schleier im Haar, aus Rosen geflochtene Kronen und Schuhe im Stil Richelieus mit Absätzen aus weißem oder schwarzem Lackleder, oder Stulpenstiefel aus Veloursleder-Patchwork. Die Mannequins präsentierten fast 70 Modelle, die die Raffinesse und das Savoir-faire der Ateliers der Métiers d’Art perfekt widerspiegelten.


    Am Tag tragen die Frauen Tweedkostüme, deren taillierte Jacken mit Paspeln, Perlen, Rosen und Stickereien verziert sind. Gerade geschnittene oder Wickelröcke wechseln sich gelegentlich mit Capri-Hosen ab, die Jacke verwandelt sich in einen Spencer, der über einer Tunika oder einem Bolero getragen und mit einem langen Kleid kombiniert wird – die moderne Neuinterpretation des berühmten Kostüms. Hosenanzüge, Smokings aus Tweed oder solche mit goldfarbenen Pailletten, lange Mäntel mit tief angesetzten, schräg geschnittenen Schößen und großen Kragen, Capes sowie gesteppte Daunenjacken sind aus Tweed, Denim, Filz, Kaschmir oder Marabufedern. Strick ist omnipräsent: Kostbare, bestickte Pullover, lange Westen, unendlich lange Schals und Mützen verleihen der Tages- und Abendgarderobe Wärme.


    Am Abend offenbaren einfacher Tüll, Tupfentüll, Organza, Soleil-Plissés, lange Kleider, Etuikleider, weite Röcke oder Hosenanzüge ihr ganzes Temperament: Sie sind mit Stickereien, Satinschleifen oder Samt, Cristal Mesh, Straußen- oder Marabufedern geschmückt. Taschen besetzt mit Kaskaden von Perlen unterstreichen den Look dieser eleganten Interpretinnen des Paris Chics besonders prachtvoll.


    Françoise Claire Prodhon

    © Anne Combaz

  • 7. Oktober 2015
    Par Françoise-Claire Prodhon
    FS 2016 PRÊT-À-PORTER KOLLEKTION<BR />CHANEL AIRLINES

    FS 2016 PRÊT-À-PORTER KOLLEKTION
    CHANEL AIRLINES

    10.30 Uhr, Terminal 2C, Gate 5 am Flughafen Paris-Cambon: Unter der Glaskuppel des Grand Palais flaniert die Kollektion Prêt-à-Porter Frühjahr-Sommer 2016 von Chanel entlang der Check-in-Schalter. Passagiere und Stewardessen der Fluglinie Chanel Airlines präsentieren die 99 Looks.

    Eine Palette mit Blautönen (von Himmel- bis Nachtblau), Weiß, Rot, Metallic-Grau, Schwarz, Drucke: Karl Lagerfeld hat sich eine ultrafeminine Kollektion ausgedacht, die Bequemlichkeit und Eleganz sowie raffinierte und praktische Accessoires miteinander verbindet. Tweed, Denim, Leder, Spitze, Guipure, Seide und Ottomane schmiegen sich entweder an die von geraden Linien geprägten Silhouetten oder umspielen sie in Form von weiten Röcken über fließenden Hosen.

    Das berühmte Kostüm von Chanel wurde ganz puristisch neu interpretiert, ohne Kragen, Taschen, Paspeln oder Knöpfe. „Das Kostüm schlechthin“ bleibt unverkennbar. Die himmlischen Zeichen spiegeln sich wider in den auf Seide und Strick gedruckten Motiven, die an Informationstafeln, Signalpfeile und Flugzeugabbildungen erinnern. Die Reisenden tragen doppelte Pferdeschwänze, Sandalen mit leuchtenden Plateausohlen oder offene Stiefeletten aus silberfarbenem Leder sowie transparentem Plastik und führen den neuen Trolley „Coco Case“ vor.

    Am Abend gehen Röcke und weite Hosen Allianzen ein mit Tops oder Jacken mit vom Kabinen-Design inspirierten Silberstickereien, die von Ripsschleifen unterstrichen werden.

    Françoise-Claire Prodhon

  • 9. Juli 2015
    Par Françoise-Claire Prodhon
    DIE BRAUT <BR />HERBST-WINTER 2015/16 HAUTE COUTURE

    DIE BRAUT
    HERBST-WINTER 2015/16 HAUTE COUTURE

    Karl Lagerfeld hat sich für das Finale der Haute Couture-Kollektion Herbst-Winter 2015/16 eine gelungene Überraschung ausgedacht: Eine Braut im Smoking. Ein Smoking aus weißem Satin, präsentiert von Kendall Jenner. Eine äußerst ungewöhnliche Braut, deren Look das subtile maskulin-feminin-Spiel mit einer Jacke mit breiten Schultern, sportlichen Schulterklappen, vier Taschen, und einer zweireihigen Knopfleiste sowie einer Kamelie am Revers und einer leicht ausgestellten Hose perfekt beherrscht.
    Die graphische, lässige Smoking-Linie wurde von weißen Riemchen-Stiefeletten mit geometrischen Absätzen unterstrichen. In Schwarz und einem Elfenbeinton haben sie jeden einzelnen Look der Kollektion begleitet. Einziges Zugeständnis an die Tradition: ein langer Schleier aus besticktem Tüll, der sich über die Schultern ergoss und so eine Schleppe bildete, was die Silhouette besonders feminin wirken lies.

    Françoise-Claire Prodhon

    Foto von Benoit Peverelli

  • 9. Juli 2015
    Par Françoise-Claire Prodhon
    HERBST-WINTER 2015/16 HAUTE COUTURE

    HERBST-WINTER 2015/16 HAUTE COUTURE

    Ein von Grund auf neu unter der Kuppel des Grand Palais errichtetes Casino im Art-Déco-Stil bildet die Kulisse des Haute Couture Défilés Herbst-Winter 2015/16. Blackjack, Roulette, Spielautomaten und Croupiers an den Tischen – in diesem erlesenen „Cercle Privé“ flanieren handverlesene Gäste. In der Mitte des Raumes sorgt Karl Lagerfeld für eine Überraschung, indem er etwa 20 prominente Gäste, ausgewählt aus Freunden und Vertrauten des Hauses, bittet, an den Spieltischen Platz zu nehmen.

    Kristen Stewart erscheint als erste, gefolgt von Julianne Moore, Geraldine Chaplin, Isabelle Huppert, Rita Ora, Stella Tennant, Lara Stone, Lily Collins sowie Vanessa Paradis begleitet von ihrer Tochter Lily Rose Depp, Alice Dellal und Violette d'Urso.

    Alle sind von Kopf bis Fuß in Chanel gekleidet und geschmückt mit prachtvollen, neu aufgelegten Stücken aus Platin und Diamanten der einzigen Schmuck-Kollektion „Bijoux de Diamants“ von Gabrielle Chanel aus dem Jahr 1932. Dieser Kreis von unübertroffener Eleganz macht keinen Hehl aus seinem Vergnügen an den Spieltischen.

    Perfektionistisch wie immer lässt Chanel auch dieses Mal keinen Zweifel entstehen, dass die Details des Casinos Teil der Kulisse sind: Die Spielautomaten sind ein Verweis auf die Rue Cambon 31, die Kamelien, die Glückszahlen von Mademoiselle Chanel (allen voran die 5) sowie die beiden ineinander verschlungenen C. Aber auch der Teppichboden mit seinen geometrischen Motiven in Grau und Beige trägt das Logo von Chanel und die Farben der vier Asse.

    Auch wenn die elegante und gedämpfte Atmosphäre des Cercle Privé Chanel uns in eine andere Zeit zu versetzen scheint, so holen uns die 67 Models, die um die Spieler herumdefilieren, sofort wieder in die Gegenwart zurück. Karl Lagerfeld wird seiner Vorreiterrolle erneut gerecht, indem er neue Technologien und traditionelles Knowhow der Haute Couture vereint. Das berühmte Kostüm interpretiert er in einer großartigen 3-D-Version bei dem die „Selective laser sintering“-Technik angewendet wurde. Bemalt, mit Perlen bestickt, mit Satin oder Stickereien gefüttert oder mit Leder gepaspelt weist es der Haute Couture den Weg, die sich einer Zukunft ohne Nostalgie zuwendet. Graphische, an Architektur erinnernde, mit maskulinen Details unterstrichene Silhouetten für den Tag, am Abend prachtvoll, mit asymmetrischen Linien, luftigen Materialien und raffinierten Farben: Die Kollektion Haute Couture Herbst-Winter 2015/16 offenbart die unendliche Kreativität von Chanel.

    Françoise-Claire Prodhon

  • 12. März 2015
    Par Françoise-Claire Prodhon
    DIE FRENCH COLLECTION

    DIE FRENCH COLLECTION

    Die Herbst-Winter 2015/16 Prêt-à-porter Kollektion wurde in einem von Karl Lagerfeld entworfenen fiktiven Bistro, das er „Brasserie Gabrielle“ nannte, vorgestellt. Diese überlebensgroße „Brasserie“, eine Institution, die seit jeher für die Pariser Lebensart steht, wurde im Inneren des Grand Palais erbaut und bildete die perfekte Kulisse für die Kollektion. Mit einem Vokabular, das ihr Erschaffer als „sehr französisch“ erachtete, wird mit dieser „French Collection“ die Kleidung einer modernen „Bourgeois“ neu interpretiert: eine Frau, die Pariser Chic und kosmopolitische Kultur ausstrahlt, und die Straßen jeder Metropole der Welt zieren könnte. Ständiger Begleiter dieser „neuen Bourgeois“, wie Karl Lagerfeld sie bezeichnet, ist der beige-schwarze Slingback-Schuh mit Blockabsatz. Zum ersten Mal seit seinen Anfängen bei Chanel widmete sich Karl Lagerfeld diesem ikonischen Schuh, dessen Proportionen er umgestaltete. Alle 97 Models der Show trugen die Pumps, die die Beine schlanker erscheinen lassen und ein besonderes Selbstbewusstsein verleihen.

    Die Silhouetten variierten von äußerst feminin bis zuweilen androgyn, in Farben wie marineblau, grau und burgunderrot und Mustern wie Tartan und Hahnentritt. Der rote Faden der Kollektion fand sich im für Chanel typischen Tweed, der in Form von mit Webborten besetzten Mantelkleidern mit Reißverschluss oder edlen Knopfreihen wiederentdeckt wurde. Er setzte sich fort in gerade über das Knie reichenden oder wadenlangen Bleistiftröcken, eleganten Kostümjacken und langen Wollmänteln, Jacketts im Berthe-Stil oder mit weiten Kragen und in fließenden Röcken. Die raffiniert ausgestellten Silhouetten wurden mit schmalen Gürteln tailliert. Urban und bequem sollte es sein: Die eleganten Models trugen Bomber-Jacken, die an die klassische Chanel Jacke erinnerten, Kostüme und Steppmäntel sowie bestickte Parkas, die zu Abendmänteln avancierten. Gestricktes war allgegenwärtig, ob in sportlichen oder in eleganten Looks, in Pullovern mit Jacquard-Muster kombiniert mit Tweed-Röcken, übergroßen schulterfreien Pullovern, stilvollen zweifarbigen A Linien Kleidern und langen Abendkleidern.

    Sehr eindrucksvolle, noch androgynere Silhouetten folgten in kurzen Kutschermänteln über weißen Blusen und Plastrons sowie mit Tarlatan-Bändern lässig um die Taille gebunden Schürzen. Diese zugleich verführerischen als auch legeren Schürzen wurden mit Jeans, schmal geschnittenen Lederhosen und Tweed-Kleidern im Stil eines modernen Dreiteilers kombiniert. Die Abendlooks überzeugten durch Eleganz und Dynamik: kleine schwarze Chiffonkleider, ein zweiteiliger Trompe l’œil Anzug mit Fliege und brillanten von gefalteten Brasserie-Servietten inspirierten Details, transparente und mehrlagige Effekte, Spitzenröcke und -Kleider und spektakuläre Röcke mit Feder Details kombiniert mit Strickcardigans mit Maxi-Ärmeln, die das Federmuster erneut aufgriffen.

    Françoise Claire Prodhon

    Foto von Olivier Saillant

  • 29. Januar 2015
    Par Françoise-Claire Prodhon
    DAS HOCHZEITSKLEID <BR />FRÜHJAHR-SOMMER HAUTE COUTURE SHOW

    DAS HOCHZEITSKLEID
    FRÜHJAHR-SOMMER HAUTE COUTURE SHOW

    Beides, romantisch und modern, Karl Lagerfeld designte ein exquisites Hochzeitskleid um die Chanel Frühjahr-Sommer Haute Couture Kollektion 2015 abzuschließen. Dieses Märchenkleid inspiriert von der Flora, wurde in dem Lemarié Atelier kreiert. Ein dutzend von Menschen verarbeiteten über Monate mehr als 3000 Komponenten.


    Das Oberteil des Kleides, komplett mit Pailletten bestickt, fließt über eine Schleppe die einem Blumenbeet gleicht. Kaum farbig, manchmal jedoch ein Hauch von einem zarten Rosa. Diese geschickte Collage aus makellosen Blütenblättern offenbart die Vermischung von Chiffon, Organza, weiß schillernde Plastiklocken, Strass und Perlen. Anstatt eines weißen Schleiers, benutze Karl Lagerfeld einen großen mit Tüll umhüllten Hut.

    Foto von Olivier Saillant

  • 28. Januar 2015
    Par Françoise-Claire Prodhon
    FRÜHJAHR-SOMMER 2015 <BR />HAUTE COUTURE SHOW <BR />VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    FRÜHJAHR-SOMMER 2015
    HAUTE COUTURE SHOW
    VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON


    Die neue Kollektion Haute Couture Frühjahr-Sommer 2015 hat Chanel in einem kreisförmigen Wintergarten präsentiert, der eigens unter der Kuppel des Grand Palais errichtet wurde. Den Auftakt des Défilés machen die beweglichen Blumen, die in diesem tropischen Garten zu einer märchenhaften, farbenfrohen und luxuriösen Flora erblühen.

    Karl Lagerfeld hat diese Kollektion in prachtvolle, lebendige und frische Farben getaucht, inspiriert von einem märchenhaften Garten, dessen außergewöhnliche Schönheit seiner Üppigkeit in nichts nachsteht. Ohne Umschweife geben die ersten Kostüme den Ton an: Leuchtendes Orange, elektrisches Blau, Pollengelb und kraftvolles Pink unterstreichen die Modernität der Silhouetten, die von Strumpf-Stiefeletten aus schwarzem Leder und überdimensionalen Strohhüten mit schwarzen Tüllschleiern ergänzt werden.

    Kurze Tweedjacken mit langen oder ¾-Ärmeln werden zu Röcken getragen, deren tief angesetzte Taillen die bloße Haut aufblitzen lassen. Diese Röcke sind kurz und ausgestellt, von langgestreckter schmaler Silhouette oder weit geschnitten, wie Röcke von Tänzerinnen. Sie werden von schmalen Gürteln betont, deren ungewöhnliche Länge alle Bewegungen wie ein ultimativer Bleistiftstrich begleitet. Schwarz und Weiß, die legendären Farben von Chanel, werden durch graphisch und vollkommen schlicht gestaltete Kostüme interpretiert.

    Luftig-leichte Lagen aus Seiden-Mousseline spielen subtil mit der Transparenz, meisterhaft inszeniert von weiten, mit Gürteln geschlossenen Mänteln, die Ton in Ton über Ensembles oder Kleidern in Schwarz, Rosa oder Knallrot, getragen werden. Stickereien, Origami-Plissés, geflochtene oder gefranste Mousseline, Perlen, Pailletten – die Effekte der Materialien und der hauchzarten Motive spiegeln das ganze Knowhow der Ateliers wider. Die unzähligen Blumen, die das Thema dieser Kollektion unterstreichen, verleihen den Abendkleidern einzigartige Schönheit.

    Ganze Sträuße aus Organza, Leder, Tüll und Rhodoid ergießen sich über Röcke, Jacken oder nur die Ärmel, zieren Halbfingerhandschuhe aus Mousseline. Blumen erblühen auf anmutigen Strickmützen. Poetisch und modern interpretieren die Blumenfrauen von Chanel einen noch reelleren Garten als die Natur selbst. Einen Garten, in dem die Haute Couture eins ist mit der Perfektion.

    Françoise-Claire Prodhon

  • 9. Dezember 2014
    Par Françoise-Claire Prodhon
    PARIS-SALZBURG MÉTIERS D'ART SHOW <BR />VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    PARIS-SALZBURG MÉTIERS D'ART SHOW
    VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    In der Rokoko-Atmosphäre von Schloss Leopoldskron hat Chanel die Kollektion Métiers d’Art Paris-Salzburg 2015 präsentiert. Inspirationsquelle war im weitesten Sinne Österreich: Das der Kaiserin Sissi, die zu Lebzeiten für ihre Eleganz und ihre Schönheit bewundert wurde, aber auch das der Trachten. Lederhose und Dirndl präsentieren sich in eleganten und sportlichen Farben und wurden von Karl Lagerfeld äußerst modern und luxuriös interpretiert. Emblematisches Stück der Kollektion ist die Jacke mit 4 Taschen, die Gabrielle Chanel anlässlich ihrer Reisen nach Österreich an einem Liftboy im Hotel Mittersill gesehen haben soll. Sie stand auch Pate für die Silhouetten der kurzen Jacken und weiten Hosen mit kontrastierenden Streifen an den Seiten, die nicht von ungefähr an Uniformen erinnern.

    Kurze, ausgestellte Jacken, Paletots, Capes und halblange Mäntel sind mit einer Falte im Rücken ausgestattet, die an die der Lodenmäntel erinnert. Allerdings sind sie hier mit Leder, goldenen Stickereien, Federn und Blumen geschmückt, eine Hommage an die österreichisch-ungarische Periode. Mit Alpenblumen verzierter Strick wird zusammen mit den berühmten Lederhosen getragen, die auch in Form von Taschen zu sehen sind. Weiß, Rot, Marine und Schwarz werden von Tannen- und Khakigrün, Turteltaubengrau oder Braun unterstrichen. Die eleganten und gleichzeitig sportlichen Silhouetten überzeugen durch ihre unübertroffene Modernität. Die Vielfalt des österreichischen Stils lässt Karl Lagerfeld aus dem Vollen schöpfen, dessen Raffinesse durch die Kunstfertigkeit der Métiersd’Art noch prachtvoller erscheint: Zarte Stickereien, Federn und Plissees verleihen dieser Kollektion romantische Akzente. Tweed, Leder und Kaschmir treffen auf Loden und Filz, und mit Satin, Faille, Taft und Spitze kombiniert verströmen sie jugendliche Frische.

    Am Tag werden mit Edelweiß verzierte Mokassins, Holzschuhe und hohe Schnürstiefel getragen, während die Häupter mit Federn besetzte Hüte und Ohrschützer aus geflochtenen und zu Schnecken geformte Zöpfe schmücken. Die Accessoires lassen das gesamte alpine Souvenir-Repertoire Revue passieren: Motive mit Berggondeln, Kuckucken und Edelweiß... Der Abend gibt sich hochmütiger, vorwiegend in Schwarz und Weiß gehalten, gelegentlich mit Blumen bestickt. Strukturierte Kleider werden durch Plastrons, Volants oder Plissees milder gestimmt und von eleganten Lacklederstiefeln ergänzt.


    Françoise-Claire Prodhon



    © Benoit Peverelli

  • 3. Dezember 2014
    Par Françoise-Claire Prodhon
    DIE CHANELJACKE <BR />VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    DIE CHANELJACKE
    VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    Die Geschichte der CHANEL-Jacke begann mit der Erfindung des Kostüms in den frühen 1950er Jahren. Dieses moderne und bequeme Kleidungsstück, das maskuline mit femininen Elementen verbindet, ist die Antwort Gabrielle Chanels auf den Stil der 1950er Jahre, den sie als zu einengend und unvorteilhaft für das Leben der Frauen empfand. „Ein Kostüm von CHANEL ist für Frauen gemacht, die sich bewegen“, erklärt Gabrielle Chanel, und fügt hinzu: „Ich liebe die Frauen und möchte, dass sie Kostüme tragen, in denen sie sich wohlfühlen, mit denen sie Autofahren können und die gleichzeitig ihre Weiblichkeit unterstreichen.“ Der Erfolg zeigt sich unverzüglich, das Kostüm und die Jacke setzen sich durch, sind Synonym für Freiheit und lässige Eleganz.
    Die Jacke, die keiner anderen gleicht, hat eine österreichische Herrenjacke zum Vorbild, und wird zu einem Wickelrock mit Kellerfalte getragen. Diese Jacke aus Tweed, einer der Lieblingsstoffe Mademoiselle Chanels, ist wie eine zweit Haut konzipiert: gerade, strukturiert, Verschluss Kante an Kante, ohne Schulterpolster oder steifes Innenfutter.

    Um Geschmeidigkeit und Stabilität miteinander zu vereinen wird der vordere Teil der Jacke mit geradem Fadenlauf ohne Brustabnäher gefertigt. Das gleiche gilt für den Rücken, den teilt lediglich eine Naht in der Mitte. Ein vertikaler Einsatz an den Seiten verbindet das Vorder- mit dem Rückenteil. Der Ärmel wird ebenfalls mit geradem Fadenlauf geschnitten und auf dem Scheitelpunkt der Schulter mit dieser verbunden. Außerdem ist der Ellenbogen leicht ausgearbeitet, um sich der Armlinie besser anzupassen und bequem mit jeder Bewegung gehen zu können. Immer die perfekte Bewegungsfreiheit im Kopf, nimmt Mademoiselle Chanel Maß an ihren Kundinnen, während diese die Arme über den Schultern kreuzen. Das Futter der Jacke ist aus Seide, seine Fertigung entspricht denselben Bequemlichkeitskriterien. Eine feine, entlang des Saumes aufgesetzte Metallkette sorgt für den perfekten Fall der Jacke. Eine Paspel (Bordüre aus Rips, Strick...) betont die Konturen der Jacke, die Kanten der Taschen und die Ärmelenden. Darüber hinaus unterstreicht sie den graphischen Aspekt der Jacke. Die Taschen sind so gesetzt, dass man bequem die Hände hineinstecken kann. Schmuckknöpfe schließen die Jacke und sind mit einem Löwenkopf (Sternzeichen von Mademoiselle Chanel), einer Weizenähre, einer Kamelie oder einem Doppel-C-Logo verziert.

    Die Jacke ist zu einem berühmten Element des Stils von CHANEL geworden und wird mit jeder Saison neu interpretiert. „Die CHANEL-Jacke hat eigentlich eine österreichische Herrenjacke zum Vorbild. Coco Chanel hat sich ein Kleidungsstück ausgedacht, dass es in dieser genauen Form zuvor nicht gab. Das ist ein Verdienst, das man ihr nicht absprechen kann. Sie gehört zu den Symbolen, die den Stil von CHANEL definieren. Es gibt Dinge in der Mode, die nie aus der Mode kommen. Eine Jeans, eine weiße Bluse und eine CHANEL-Jacke“, erklärt Karl Lagerfeld.

    Françoise Claire Prodhon

    © Benoit Peverelli

  • 1. Dezember 2014
    Par Françoise-Claire Prodhon
    CHANEL UND ÖSTERREICH <BR />VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    CHANEL UND ÖSTERREICH
    VON FRANÇOISE-CLAIRE PRODHON

    Gabrielle Chanel liebte Österreich und seinen Charme, seine Atmosphäre und die Berglandschaft. Sie liebte die Natur, den Sport und Aktivitäten unter freiem Himmel genauso wie kulturelle Events und das gesellschaftliche Leben. All das gab es in Österreich. In einem Brief an Jean Cocteau am 16. Juli 19922 schrieb sie: „Tzara ist in Tirol – er scheint sich besser zu fühlen, glücklich zu sein – ich werde vielleicht auch hinfahren.“ Wie viele Künstler damals, hielt sich Tristan Tzara dort mit Max Ernst und Paul Eluard auf, weiteren Mitgliedern der Dada-Bewegung.
    Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Salzburg und das österreichische Tirol zu sehr beliebten Reisezielen entwickelt. In den 1920er Jahren wurden sie noch populärer, als der Regisseur Max Reinhardt, der Komponist Richard Strauss und der Autor Hugo von Hofmannsthal die Salzburger Festspiele ins Leben riefen, ein jährlich im Sommer stattfindendes Opernfestival, das ein elegantes und kulturell begeistertes Publikum anzog.

    Zu Beginn der 1930er Jahre reiste Gabrielle Chanel gerne in den berühmten Skiort St. Moritz. Dort lernte Sie Baron Hubert von Pantz kennen, ein sehr attraktiver österreichischer Adliger. Äußerst elegant und charmant besaß er alles, um Gabrielle Chanel zu gefallen. Es entwickelte sich eine Liebesgeschichte, die zwei Jahre lang währte. Zur gleichen Zeit kaufte er Schloss Mittersill, das er in ein prachtvolles Hotel verwandelte.

    Schloss Mittersill war sofort ein großer Erfolg, und 1936 beschrieb die amerikanische Vogue das Hotel als „den Ort in Österreich, über den am meisten gesprochen wurde“. Mit seinem anspruchsvollen Niveau und seinen perfekten Manieren gelang es Hubert von Pantz, berühmte Gäste wie den Herzog von Gramont und die Marquise de Polignac anzuziehen. Aber auch Künstler wie Marlene Dietrich, Douglas Fairbanks und Cole Porter. Sie alle liebten die elegante Atmosphäre und den traditionellen Charme. Hier wurden viele Aktivitäten wie Golf oder Gletscherwanderungen angeboten. Auch die Möglichkeit, Trachtenmode aus Loden einzukaufen bot der feinen Gesellschaft reichlich Zerstreuung. Es war im Mittersill, wo Gabrielle Chanel die tadellosen Jacken, die von den Liftboys getragen wurden, entdeckte... Ein Kleidungsstück, an das sie sich in den frühen 1950er Jahren erinnerte, als sie die berühmte Jacke des Chanel-Kostüms kreierte, das 1961 von ihrer Freundin, der in Österreich geborenen Schauspielerin Romy Schneider, getragen wurde...

    Françoise-Claire Prodhon

    Die Schauspielerin Romy Schneider während eines Fittings mit Gabrielle Chanel in 1961
    Giancarlo Botti ©BOTTI/STILLS/GAMMA

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